 ##  [Einplanung von Erzeugungseinheiten](/de/node/64690) 

 Definition

Ein Entscheidungs‑ und Planungsprozess, der über ein festgelegtes Planungszeitfenster bestimmt, welche Erzeugungseinheiten gestartet, abgeschaltet oder online gehalten werden und welche Produktionsprofile ihnen zugewiesen werden, sodass prognostizierte Last und Zuverlässigkeitsanforderungen unter Beachtung technischer Einheitsbeschränkungen (Mindestlauf‑/-ruhezeiten, Rampenraten, Start/Stop‑Charakteristika), Brennstoff‑/Betriebskosten, Reservenvorgaben und Netzgrenzen erfüllt sind.

 

 

 

 

 

 





## Prinzip

Prinzip

Unit Commitment setzt ein beschränktes Optimierungsproblem um: binäre Ein‑/Aus‑Entscheidungen und kontinuierliche Leistungszuweisungen werden gewählt, um Nachfrage und Sicherheitsanforderungen zu decken und dabei eine Zielfunktion (z. B. Kosten) unter physikalischen und zeitlichen Einheitsbedingungen zu minimieren; intertemporale Trade‑offs (Startkosten, Mindestlaufzeiten) bestimmen das Ergebnis.

 

 

 

 

 





## Demonstration

Demonstration

Illustratives Szenario — Situation: Ein Netzbetreiber sieht eine morgendliche Spitzenlast in der Tagesprognose. Erkennen: Grundlast‑Thermischerzeuger können die schnelle Steigerung wegen Mindestlaufzeiten und Startkosten nicht ohne Nachteile bewältigen. Aktion: Der Betreiber löst ein gemischt‑ganzzahliges Optimierungsproblem und plant das Vorlaufstarten einer mittelfristigen Einheit, hält Grundlastgeneratoren online und disponiert eine Spitzenreserve. Folge: Die eingeplante Kapazität deckt die prognostizierte Spitze bei geringem erwarteten Betriebskostenaufwand; Echtzeit‑Nachregelbedarf bleibt klein, sofern Prognoseabweichungen begrenzt sind.

 

 

 

 

## Fehlanwendung

Fehlanwendung

Unit Commitment mit Echtzeit‑Dispatch gleichzusetzen oder anzunehmen, dass ein UC‑Plan unter allen künftigen Realisierungen kostenoptimal ist. Der Denkfehler liegt in der Vermischung von vorausschauend zu treffenden binären Entscheidungen mit nachfolgenden kontinuierlichen Regelschritten und der Vernachlässigung von Unsicherheit.

 

 

 

 

 





## Konsequenz

Konsequenz

Richtig angewandt liefert UC einen ausführbaren Ein/‑Aus‑Plan, reduziert das Risiko von Kapazitätsengpässen und senkt die Wahrscheinlichkeit von Notmaßnahmen; zugleich entstehen Start‑ und Zyklisierungskosten und eingeschränkte Flexibilität. Fehlerhafte oder undurchführbare UC‑Pläne können Reservedefizite, Notstarts oder Lastabwürfe und höhere Gesamtkosten verursachen.

 

 

 

 

## Umkehrung

Umkehrung

In Systemen mit großer Verfügbarkeit sehr schneller Flexibilitätsressourcen (z. B. Batteriespeicher, schnell regelbare Turbinen, aggregierte Lastflexibilität) kann die Bedeutung binärer Entscheidungen und langer Mindestlaufzeiten abnehmen; in Inselnetzen oder rein kurzzykligen Märkten kann UC durch ein rollierendes Dispatch‑Verfahren ersetzt werden.

 

 

 

 

 





## Abgrenzung

Abgrenzung

Klar innerhalb: Tages‑ oder Wochen‑Planung mit Integer‑Optimierung, die Start/Stopp‑Entscheidungen und geplante Einspeisungen liefert. Randfall: Energie‑ und Reserven‑Co‑Optimierung, die das UC‑Problem erweitert. Klar außerhalb: Echtzeitsteuerung ohne Ein/Aus‑Entscheidungen und langfristige Instandhaltungsplanung.

 

 

 

 

 





## Semantische Spannung

Semantische Spannung

Ökonomische Effizienz (Kostenminimierung) ↔ Versorgungssicherheit/Resilienz: Maßnahmen zur Kostensenkung können die Sicherheit reduzieren und umgekehrt, UC muss diesen Zielkonflikt handhaben.

 

 

 

 

 





## Synthese

Synthese

Unit Commitment bildet die vorgelagerte Planungsstufe, die durch binäre Verfügbarkeitsentscheidungen Inter‑Perioden‑Restriktionen auflöst und damit den Echtzeitbetrieb in einen realisierbaren Ressourcenrahmen zwingt.