 ##  [Diskrete‑Ereignis‑Simulation](/de/node/64951) 

 Definition

Eine rechnerische Modellierungstechnik, bei der sich der Zustand eines Systems nur zu diskreten Zeitpunkten ändert, die durch instantane Ereignisse ausgelöst werden; das Modell besteht aus Zustandsvariablen und einer Ereignisliste, und der Simulator verarbeitet Ereignisse in nichtabnehmender Zeitfolge zur Zustandsaktualisierung und Leistungsberechnung.

 

 

 

 

 

 





## Prinzip

Prinzip

Der Systemverlauf und die Leistungskennzahlen werden vollständig durch die Menge der Ereignisse, die Vorbedingungen und Zustandsaktualisierungsfunktionen der einzelnen Ereignisse sowie die Regel bestimmt, Ereignisse zeitlich geordnet auszuführen; zwischen Ereignissen bleibt der Zustand unverändert.

 

 

 

 

 





## Demonstration

Demonstration

Illustratives Beispiel — Fertigungsstraße: Situation — Bauteile treffen zufällig ein und Bearbeitungen enden zu diskreten Abschlusszeiten. Erkennung — Modellierer legt Ankunfts‑ und Abschlussereignisse, eine Warteschlangen‑Zustandsbeschreibung und einen Ereigniskalender fest. Aktion — der Simulator entnimmt das früheste Ereignis, aktualisiert Wartelängen und Ressourcenstatus, plant Folgeveranstaltungen und protokolliert Verzögerungen. Konsequenz — aus Simulationläufen gewonnene Kennwerte (mittlere Wartezeit, Auslastung) identifizieren Engpässe.

 

 

 

 

## Fehlanwendung

Fehlanwendung

DES auf Systeme mit wesentlich kontinuierlichen Dynamiken anzuwenden (z. B. Wärmeleitung) oder die Ereignisplanung durch einen willkürlichen festen Zeitschritt zu ersetzen; der Fehler besteht darin, anzunehmen, Änderungen zwischen Ereignissen seien vernachlässigbar oder die Diskretisierung erhalte Reihenfolge und Effizienz.

 

 

 

 

 





## Konsequenz

Konsequenz

Bei korrekter Anwendung liefert DES eine effiziente und innerhalb der Modellannahmen exakte Simulation ereignisgesteuerter Systeme, ermöglicht verlässliche Leistungsabschätzungen und Kapazitätsplanung; fehlerhafte Anwendung führt zu verzerrten Kennzahlen, unnötigem Rechenaufwand oder nicht erfassten schnellen Dynamiken.

 

 

 

 

## Umkehrung

Umkehrung

Treten Zustandsänderungen kontinuierlich auf, sind Ereignisse sehr häufig (hoher Overhead) oder dominieren zeitabhängige PDE/ODE‑Effekte, so sind kontinuierliche, zeitdiskrete oder hybride Modellierungsformen (z. B. gekoppelte ODE–DES) erforderlich.

 

 

 

 

 





## Abgrenzung

Abgrenzung

Eindeutig innerhalb — Warteschlangennetze, Job‑Shop‑Scheduling, Paketvermittlung, wo Zustandsänderungen bei Ankunft/Abschluss auftreten. Grenzfall — periodische Chargenfertigung mit kleinen kontinuierlichen Anpassungen (hybrides Modell ratsam). Eindeutig außerhalb — rein kontinuierliche Dynamiken beschrieben durch ODE/PDE ohne diskrete Sprünge.

 

 

 

 

 





## Semantische Spannung

Semantische Spannung

Effizienz und Klarheit diskreter Ereignismodelle gegenüber Bedarf an zeitlicher Auflösung und kontinuierlicher Dynamik: die Wahl verlangt den Ausgleich von Geschwindigkeit gegen Modelltreue.

 

 

 

 

 





## Synthese

Synthese

DES ist geeignet, wenn diskrete, seltene Zustandsübergänge und deren Reihenfolge das Systemverhalten dominieren; andernfalls sind kontinuierliche oder hybride Ansätze bzw. zeitliche Erweiterungen zu wählen.