 ##  [Programm‑Evaluierungs‑ und Prüfverfahren (PERT)](/de/node/64969) 

 Definition

Ein probabilistisches Projektplanungsverfahren, das Aktivitäten und Vorgänger‑Beziehungen als Netzwerk darstellt, Aktivitätsdauern jedoch als unsichere Zufallsgrößen behandelt (typischerweise durch mehrpunktige Experten‑Schätzungen), diese Abschätzungen zur Berechnung erwarteter Aktivitätsdauern und Varianzen nutzt und daraus probabilistische Projektabschlusszeiten sowie Wahrscheinlichkeiten für Zeitpläne und kritische Pfade ableitet.

 

 

 

 

 

 





## Prinzip

Prinzip

Bei unsicheren Aktivitätsdauern führt die Modellierung von Dauern als Wahrscheinlichkeitsverteilungen und die Propagierung ihrer Momente im Vorgangsnetz zu erwarteten Projektabschlusszeiten und Verteilungen möglicher Abschlussdaten; Kritikalität wandelt sich von einer deterministischen Eigenschaft zu einer probabilistischen Größe.

 

 

 

 

 





## Demonstration

Demonstration

Illustratives Beispiel → Ein Software‑Release‑Zeitplan enthält Aufgaben mit unsicheren Dauern. Erkennen: Das Team liefert für jede Aufgabe optimistische, wahrscheinlichste und pessimistische Schätzwerte. Maßnahme: Der Analyst berechnet Erwartungswerte und Varianzen aus den Drei‑Punkt‑Schätzungen, aggregiert diese durch das Netzwerk und bestimmt die erwartete Projektabschlusszeit sowie die Wahrscheinlichkeit, eine vertragliche Frist einzuhalten. Folge: Das Management erhält eine quantifizierte Wahrscheinlichkeit zur Steuerung von Kontingenzplanung, Ressourcensicherung oder Umfangsentscheidungen, wobei die Verlässlichkeit von der Schätzqualität abhängt.

 

 

 

 

## Fehlanwendung

Fehlanwendung

Die PERT‑Erwartungswerte als feste Planungsdaten zu verwenden, ohne Varianz und Korrelation zu berücksichtigen: Der Fehler besteht darin, den Mittelwert als repräsentativ für reale Zeiten zu akzeptieren, wenn die zugrunde liegende Verteilung schief ist oder Aufgaben stark korreliert sind, wodurch die Risikobewertung irreführend wird.

 

 

 

 

 





## Konsequenz

Konsequenz

Korrekte Anwendung integriert Unsicherheit in die Planung und ermöglicht wahrscheinlichkeitgestützte Terminbewertungen und gezielte Risikominderungen; falsche Anwendung kann zu übertriebener Zuversicht, falsch platzierten Pufferreserven, unterschätzter Varianz und suboptimalen Priorisierungen führen, weil Ergebnisse stark von der Qualität der Schätzungen und Unabhängigkeitsannahmen abhängen.

 

 

 

 

## Umkehrung

Umkehrung

PERT‑Vorhersagen sind unzuverlässig, wenn Eingabeschätzungen mangelhaft sind, Dauern stark korreliert sind oder Ausführung mit Ressourcenbeschränkungen verbunden ist, die Aufgabenparallelität verändern; in solchen Fällen sind Monte‑Carlo‑Simulationen, empirische statistische Modelle oder ein stochastisches, ressourcenbeschränktes Scheduling erforderlich.

 

 

 

 

 





## Abgrenzung

Abgrenzung

Klar innerhalb: Projekte mit merklicher Unsicherheit der Dauern, wo mehrpunktige Expertenabschätzungen vorliegen und Vorgängerbeziehungen das Timing dominieren. Randfall: Projekte mit moderater Unsicherheit aber starken Ressourcenrestriktionen—PERT liefert nur Teilinformation. Außerhalb: Deterministische Planung mit sehr verlässlichen Dauern oder RCPSP‑Probleme, die von Ressourcenverfügbarkeit dominiert werden.

 

 

 

 

 





## Semantische Spannung

Semantische Spannung

PERT steht zwischen deterministischem CPM und umfassender Monte‑Carlo‑Simulation: Es will Unsicherheit analytisch berücksichtigen (häufig mit Drei‑Punkt‑Schätzungen), opfert dafür aber Modelltreue gegenüber komplexen, korrelierten Unsicherheiten; die Wahl ist ein Kompromiss zwischen analytischer Handhabbarkeit und Genauigkeit.

 

 

 

 

 





## Synthese

Synthese

PERT macht Unsicherheit in Zeitabschätzungen explizit und wandelt subjektive Dauerurteile in probabilistische Aussagen über den Projektabschluss; seine Wirksamkeit hängt an der Schätzqualität und Unabhängigkeitsannahmen, deshalb ist eine Kombination mit Validierung, Sensitivitätsanalyse oder Simulation bei komplexen Abhängigkeitsstrukturen ratsam.