 ##  [Breguet‑Reichweitenformel](/de/node/65060) 

 Definition

Eine analytische Beziehung zur Abschätzung der Reisereichweite R eines strahlgetriebenen Flugzeugs im stabilen Reiseflug: R = (V/c)·(L/D)·ln(Wi/Wf), wobei V Reisegeschwindigkeit, c spezifischer Treibstoffverbrauch der Antriebsanlage (Massenstrom pro Schub- oder Leistungseinheit, je nach Formulierung), L/D Auftriebs‑zu‑Widerstandsverhältnis und Wi/Wf Verhältnis Anfangs‑ zu Endgewicht sind. Die Formel setzt quasi‑stationären Reiseflug mit annähernd konstanten V, L/D und c voraus und vernachlässigt Steigflug, Sinkflug, Reserven und Nicht‑Cruise‑Phasen.

 

 

 

 

 

 





## Prinzip

Prinzip

Die Reichweite skaliert linear mit der aerodynamischen Effizienz (L/D) und der Reisegeschwindigkeit und logarithmisch mit dem Massenverhältnis; eine Verringerung von c oder Verbesserung von L/D erhöht die Reichweite multiplizierend, während zusätzliches Treibstoff nur abnehmende Erträge bringt, da R mit ln(Wi/Wf) wächst.

 

 

 

 

 





## Demonstration

Demonstration

Situation: Strahlflugzeug im stabilen Reiseflug mit bekannten V, c, L/D und Anfangs/Endgewichten. Erkennung: Breguet‑Annahmen für die Parameter sind annähernd erfüllt. Handlung: R = (V/c)(L/D)ln(Wi/Wf) berechnen. Konsequenz: Das Ergebnis zeigt, wie Änderungen von L/D, c oder Treibstoffanteil die Reisestrecke beeinflussen (Nicht‑Cruise‑Phasen ausgenommen).

 

 

 

 

## Fehlanwendung

Fehlanwendung

Die Formel über Flugabschnitte mit stark variierenden L/D, c oder V anwenden (z. B. Steigflug, Warteflug, Sinkflug) oder unverändert auf elektrische/rocket Antriebe übertragen. Der Fehler ist, die Formel als allgemein anwendbar zu betrachten statt als idealisierte Näherung für die Reiseflugphase und dabei Parameteränderungen in anderen Phasen zu ignorieren.

 

 

 

 

 





## Konsequenz

Konsequenz

Breguet leitet Konstruktions‑ und Betriebsentscheidungen: L/D‑Verbesserungen oder c‑Reduktionen sind wirksamer als einfach mehr Treibstoff mitzunehmen; das erklärt den Fokus auf Aerodynamik und effiziente Triebwerke zur Reichweitensteigerung. Fehlgebrauch kann zu Fehleinschätzungen der Treibstoffbedarfsplanung führen.

 

 

 

 

## Umkehrung

Umkehrung

Wenn L/D, c oder V während der Mission deutlich schwanken (z. B. längeres Stationieren) oder bei Propellerturbinen andere Triebwerksformeln gelten, muss die Gleichung angepasst werden. Für Antriebe ohne Massenabnahme (Batterieelektrisch) oder für Raketen gelten stattdessen andere Gleichungen.

 

 

 

 

 





## Abgrenzung

Abgrenzung

Eindeutig innerhalb: Stabiler Reiseflug von strahlgetriebenen Flugzeugen mit annähernd konstanten L/D, c und V über die Reisestrecke. Randfall: Missionen mit mäßigen Parameteränderungen, die segmentweise Integration erfordern. Klar außerhalb: Start/Steig/ Sinkflug, Loiter mit veränderlichen Leistungsstellungen, elektrische Flugzeuge ohne Massedekrement sowie Raketenflüge, für die Tsiolkovski gilt.

 

 

 

 

 





## Semantische Spannung

Semantische Spannung

Kompromiss zwischen mitgeführtem Treibstoff (erhöht Wi/Wf, aber verschlechtert Struktur/Leistung) und Verbesserung von L/D oder Motoreffizienz (wirksamer, aber kosten‑/aufwandsintensiv); Reichweitenoptimierung kann mit Nutzlast‑, Zeit‑ oder Reserveanforderungen kollidieren.

 

 

 

 

 





## Synthese

Synthese

Breguet zeigt, wie aerodynamische Effizienz, schub‑/energieeffizienz und die exponentielle Kostenwirkung von Geschwindigkeit/Treibstoff zusammenspielen: Reichweite wächst linear mit L/D und umgekehrt mit c, aber nur logarithmisch mit der Treibstoffquote, weshalb Verbesserungen von L/D und c oft vorrangig sind.