 ##  [Kontaktermüdung (Rollkontaktermüdung)](/de/node/65116) 

 Definition

Fortschreitende Materialschädigung und Rissbildung unter Kontaktflächen, die wiederholten zyklischen Kontaktspannungen (häufig Hertz’scher Art) ausgesetzt sind und zu Unterflächenmikrorissen, Pitting und schließlich Verlust der tragenden Oberfläche in Zahnrädern, Lagern und Nocken führen.

 

 

 

 

 

 





## Prinzip

Prinzip

Wiederholte zyklische Kontaktspannungen erzeugen unter dem Kontaktgebiet wechselnde Scher‑ und Zugkomponenten; mikroskopische Unterflächenrisse setzen an kritischen Scherebenen an und wachsen mit den Zyklen, bis sie die Oberfläche erreichen und Pitting bzw. Abplatzung verursachen, wodurch die Bauteillebensdauer reduziert wird.

 

 

 

 

 





## Demonstration

Demonstration

Illustratives Szenario — Situation: Ein Wälzlager unter Nennlast durchläuft Millionen Lastzyklen. Erkennung: Unterflächenmikrorisse werden unter den hochbelasteten Kontaktzonen festgestellt. Handlung: Fortgesetztes zyklisches Laden lässt die Risse zur Oberfläche durchbrechen und Pitting entstehen, das die Kontaktgeometrie verändert. Folge: Erhöhte lokale Spannungen, Geräuschbildung und beschleunigter Verschleiß führen zur Funktionsstörung der Lageroberfläche.

 

 

 

 

## Fehlanwendung

Fehlanwendung

Jede ermüdungsbedingte Brucherscheinung pauschal als Kontaktermüdung zu bezeichnen, ohne nachzuweisen, dass Kontaktspannungen der ursächliche Mechanismus sind. Warum plausibel: Viele Ermüdungsbrüche ähneln sich makroskopisch. Semantischer Fehler: Kontaktermüdung beruht spezifisch auf lokalisierten, kontaktbedingten Spannungsfeldern (Hertz‑Typ), nicht auf globaler Biege‑ oder Torsionsermüdung.

 

 

 

 

 





## Konsequenz

Konsequenz

Fortschreitende Oberflächendegradation verringert die Tragfähigkeit, verändert die Kontaktgeometrie und erhöht Vibration und Verschleiß; Pitting und Abplatzung beschleunigen das Versagen und können sich auf benachbarte Bauteile ausdehnen.

 

 

 

 

## Umkehrung

Umkehrung

Bei so hohen Belastungen, dass bereits nach wenigen Zyklen plastische Fließeffekte oder unmittelbarer Bruch auftreten, handelt es sich um Überlastung oder Oberflächenfließen, nicht um klassische Kontaktermüdung, die viele Lastzyklen für Risswachstum benötigt.

 

 

 

 

 





## Abgrenzung

Abgrenzung

Eindeutig innerhalb: Lagerlaufbahn mit Unterflächenpitting und dokumentierter Wälzkontaktbeanspruchung. Randfall: Ermüdung in der Zahnradrückenwurzel durch Biegezyklen — angrenzend, jedoch andere Spannungszustände und Bruchformen. Eindeutig außerhalb: Einzelereignis‑Überlast, korrosionsunterstützte Rissbildung ohne zyklische Kontaktspannungen.

 

 

 

 

 





## Semantische Spannung

Semantische Spannung

Maßnahmen, die die Oberflächenhärte und Kontaktdruckkapazität erhöhen, mindern die Rissinitiation, können aber die Sprödigkeit erhöhen; Schmierung reduziert Kontaktspannungen und RCF‑Risiko, ist jedoch möglicherweise in bestimmten Temperaturbereichen oder Umgebungen eingeschränkt.

 

 

 

 

 





## Synthese

Synthese

Kontaktermüdung zeichnet sich durch ihren Kontaktspannungsursprung aus: Die Diagnose verbindet beobachtetes Pitting/Abplatzung mit lokalisierten zyklischen Kontaktbelastungen; Prävention kombiniert Reduzierung der Kontaktspannung, geeignete Oberflächenbehandlungen und zuverlässige Schmierung.