 ##  [Kaltgeformte Stahlrahmenkonstruktion](/de/node/65207) 

 Definition

Ein Bauverfahren, das dünnwandige Stahlprofile verwendet, die bei Raumtemperatur kaltgewalzt zu offenen oder geschlossenen Querschnitten (Ständer, Träger, Schienen usw.) geformt werden, um tragende und nichttragende Bauteile zu erstellen; die Tragfähigkeit beruht auf der geformten dünnwandigen Geometrie, daher sind lokale und globale Beulnachweise, Anschlussdetailierung, Korrosionsschutz und thermische Brücken zu berücksichtigen.

 

 

 

 

 

 





## Prinzip

Prinzip

Festigkeit und Steifigkeit ergeben sich vorwiegend aus der Querschnittsform und Kantenaussteifung dünner Wände; die zulässige Last wird durch Schlankheit und Beulgrenzen der dünnwandigen Elemente sowie durch das Verhalten der Verbindungsmittel bestimmt.

 

 

 

 

 





## Demonstration

Demonstration

Illustratives Beispiel → Eine eingeschossige Außenwand wird mit 0,9‑mm kaltgeformten Ständern bei 400 mm Achsmaß erstellt. Erkennung → der Tragwerksplaner behandelt Ständer als dünnwandige Profile und prüft lokalen Beulwiderstand und die Ständer‑zu‑Schiene‑Anschlüsse. Maßnahme → Anordnen von Beplankung und Aussteifung, Befestigungen werden dimensioniert. Folge → die Wand erfüllt die geforderte Steifigkeit und Lastabtragung, während ohne Aussteifung bei Wind Last lokale Beulen auftreten können.

 

 

 

 

## Fehlanwendung

Fehlanwendung

Die Annahme, kaltgeformte Profile verhielten sich wie warmgewalzte Träger oder Holzständer (Ignorieren von dünnwandigem Beulen und Verbindungsrutsch) führt zu Überschätzung der Kapazität und ungenügender Aussteifung.

 

 

 

 

 





## Konsequenz

Konsequenz

Korrekte Anwendung ergibt effiziente, reproduzierbare, nicht brennbare Konstruktionen mit enger Toleranz und kurzer Montagezeit; fehlerhafte Anwendung kann zu vorzeitigem Beulen, Verbindungsversagen, übermäßiger Durchbiegung und thermischen Brücken führen.

 

 

 

 

## Umkehrung

Umkehrung

Bei Hauptspannweiten, hohen Einzellasten oder erhöhten Brandschutzanforderungen sind massivere Profile (warmgewalzte Profile, geschweißte Plattenträger oder Verbundlösungen) oder ein alternatives Tragwerkskonzept nötig; in stark korrosiver Umgebung erfordern Materialwahl oder Schutzmaßnahmen einen anderen Lösungspfad.

 

 

 

 

 





## Abgrenzung

Abgrenzung

Eindeutig innerhalb: Leichtbau‑Tragsysteme für Wände, Deckenunterzüge und Dachpfetten in niedrig‑ bis mittelhohen Gebäuden. Randfall: Einsatz in mittelhohen tragenden Konstruktionen ist möglich, verlangt aber erhöhte Nachweise und Detailierung. Eindeutig außerhalb: Primäre Stahlrahmen aus warmgewalzten I‑Trägern, in Ortbeton erstellte Primärtragwerke oder geschweißte Plattenträger.

 

 

 

 

 





## Semantische Spannung

Semantische Spannung

Effizienz und geringes Gewicht (Vorteile bei Fertigung und Transport) ↔ Anfälligkeit dünnwandiger Elemente gegenüber Beulen, Abhängigkeit von Anschlussdetails und verstärkte thermische Brückenproblematik.

 

 

 

 

 





## Synthese

Synthese

Kaltgeformte Stahlrahmen sind systemisch zu betrachten: Querschnittsgeometrie, Aussteifung und Anschlussdetails bestimmen die tatsächliche Leistungsfähigkeit mehr als die reine Materialstärke.