 ##  [Radiant Time Series Methode (RTS)](/de/node/65217) 

 Definition

Ein numerisches Verfahren, das transiente Strahlungswärmegewinne an zonenumgebenden Flächen in eine zeitdiskrete Serie äquivalenter konvektiver Wärmeeinträge für ein lumped-Zonen-Wärmemodell umwandelt und dabei Zeitpunkt und integralen Effekt des Strahlungsaustauschs erhält, sodass die Zonenenergiebilanz gelöst werden kann, ohne Oberflächentemperaturdynamik explizit aufzulösen.

 

 

 

 

 

 





## Prinzip

Prinzip

Strahlungsaustausch, der die Energiebilanz einer Zone beeinflusst, lässt sich als zeitverteilte konvektive Äquivalente darstellen, sofern die Umwandlung den Netto-Wärmefluss und seine Zeitgeschichte in Relation zur lumped Wärme kapazität und den Zeitkonstanten der Zone bewahrt.

 

 

 

 

 





## Demonstration

Demonstration

Illustratives Szenario: Ein Büro erhält innerhalb einer Stunde wechselnde solare Einstrahlung durch Fenster. Die RTS wandelt die an den Oberflächen absorbierten Strahlungsflüsse in für jeden Zeitschritt äquivalente konvektive Inkremente um. Der lumped-Zonenlöser verwendet diese konvektive Serie, um die Lufttemperatur der Zone zu aktualisieren, ohne zusätzliche Oberflächenleitungs-Knoten zu lösen.

 

 

 

 

## Fehlanwendung

Fehlanwendung

RTS-Ausgaben als genaue Oberflächentemperaturen zu interpretieren oder RTS statt eines mehrknotigen Leitungsmodells zu verwenden, wenn thermische Speicherung und Oberflächentemperaturentwicklung das Ergebnis wesentlich beeinflussen; oder RTS bei deutlich kleineren Zeitschritten als die Kalibrierung anzuwenden.

 

 

 

 

 





## Konsequenz

Konsequenz

Ermöglicht die Einbindung radiativer Effekte in einfache Zonemodelle mit reduziertem Rechenaufwand und erhaltener zeitlicher Genauigkeit; bei Fehlanwendung kann es zu Unter- oder Überschätzungen von Spitzentemperaturen und dynamischen Speicher effekten kommen.

 

 

 

 

## Umkehrung

Umkehrung

Versagt oder muss angepasst werden, wenn Oberflächenspeicherung, nichtlineare Änderungen der Sichtfaktoren, starke räumliche Temperaturgradienten oder Kopplungen mit detaillierten Fassaden-Netzwerken das thermische Verhalten dominieren — dann sind explizite Oberflächenleitungsmodelle erforderlich.

 

 

 

 

 





## Abgrenzung

Abgrenzung

Klar innerhalb: lumped-Ein-Knoten-Zonenenergienmodelle, in denen Strahlungsgewinne signifikant sind, Oberflächendetails jedoch sekundär. Grenzfall: Zonen mittlerer thermischer Masse mit ungleichmäßiger Oberflächenexposition, bei denen die Genauigkeit von RTS von der Kalibrierung abhängt. Klar außerhalb: CFD-Modelle mit räumlicher Auflösung, detaillierte mehrknotige Wand-/Fenster-Wärme-Netzwerke oder Aufgaben, die explizite Oberflächentemperaturvorhersagen erfordern.

 

 

 

 

 





## Semantische Spannung

Semantische Spannung

Rechenmäßige Einfachheit und reduzierte Modellkopplung gegenüber physikalischer Genauigkeit von oberflächenaufgelösten transienten Wärmetransfers.

 

 

 

 

 





## Synthese

Synthese

RTS ist eine pragmatische Linearisierung, die explizite Oberflächenauflösung gegen eine zeitlich treue konvektive Darstellung radiativer Gewinne eintauscht; geeignet, wenn Zonen-Energiegenauigkeit und Recheneffizienz Priorität haben und Oberflächendynamik nicht entscheidend ist.