 ##  [Terzaghi Tragfähigkeits‑Theorie](/de/node/65434) 

 Definition

Eine empirisch‑semi‑analytische Darstellung der letztendlichen Tragfähigkeit von flachen Gründungen in homogenen Böden, die die Tragfähigkeit in Beiträge aus Kohäsion, Auflast und Eigengewicht zerlegt und mit empirisch bestimmten Tragfähigkeitsfaktoren (N_c, N_q, N_γ) multipliziert; für eine Streifenfundamentdarstellung: q_ult = c N_c + q N_q + 0.5 γ B N_γ, wobei q = γ D_f. Annahmen: flache Gründung, homogener Boden, generalisierter Scherversagensmechanismus, ebenes Gelände, statische Belastung, Fundament an oder nahe der Oberfläche.

 

 

 

 

 

 





## Prinzip

Prinzip

Die letztliche Tragfähigkeit lässt sich als Summe kohäsiver, Auflast‑ und breiteabhängiger Gewichtsterme approximieren, multipliziert mit Tragfähigkeitsfaktoren, die hauptsächlich vom Reibungswinkel φ des Bodens abhängen; die Formel liefert eine praxisgerechte Abschätzung, solange die Annahmen gelten.

 

 

 

 

 





## Demonstration

Demonstration

Illustratives Szenario: Bei einem Streifenfundament mit Breite B und Einbindetiefe D_f berechnet der Ingenieur q=γ D_f, ermittelt N_c, N_q, N_γ aus φ und ermittelt q_ult nach q_ult = c N_c + q N_q + 0.5 γ B N_γ, um dies mit der zulässigen Tragfähigkeit (nach Anwendung eines Sicherheitsfaktors) zu vergleichen.

 

 

 

 

## Fehlanwendung

Fehlanwendung

Terzaghis Formel auf Pfahlfundierungen, deutlich eingegrabene Fundamente, stark geschichtete Böden oder geneigte/ exzentrische Lasten anzuwenden, ignoriert die zugrunde liegenden Annahmen; der Fehler besteht darin, empirische Faktoren und die Herleitung für Streifenfundamente universell anzuwenden.

 

 

 

 

 





## Konsequenz

Konsequenz

Innerhalb des Anwendungsbereichs liefert sie eine kompakte, meist konservative Abschätzung der Tragfähigkeit und leitet Dimensionierungsentscheidungen; außerhalb dieses Bereichs kann sie zu Unter‑ oder Überschätzungen führen mit Sicherheits‑ oder Kostenauswirkungen.

 

 

 

 

## Umkehrung

Umkehrung

Die Formel ist zu qualifizieren oder zu ersetzen, wenn Einbindetiefe, Form, Belastungsneigung oder Bodenschichtungen das Versagensbild wesentlich verändern — dann sind erweiterte Methoden (z. B. Meyerhof, Vesic, numerische Limitanalyse) oder standortspezifische Prüfungen nötig.

 

 

 

 

 





## Abgrenzung

Abgrenzung

Eindeutig innerhalb: flache, oberflächennahe Streifen‑ oder quadratische Fundamente (D_f ≲ B) in homogenen Böden mit zu erwartendem allgemeinem Scherversagen. Randfall: leicht eingegrabene Fundamente oder schwach geschichtete Böden — nur indikative Ergebnisse. Außerhalb: tiefe Fundamente, stark geschichtete Profile, lokales Versagen oder ausgeprägte Porenwasserdruckeffekte.

 

 

 

 

 





## Semantische Spannung

Semantische Spannung

Praktische Einfachheit und empirische Kalibrierung gegenüber der Notwendigkeit genauerer Abschätzungen bei geometrischen, tiefen‑ oder schichtungsbedingten Einflüssen; es ist ein Abwägen von Rechenaufwand und Genauigkeit.

 

 

 

 

 





## Synthese

Synthese

Terzaghis Theorie fasst ein kompliziertes Versagensproblem in drei physikalisch interpretierbaren Beiträgen zusammen und ist deshalb nützlich für Routineentwürfe — ihre Anwendbarkeit bleibt jedoch beschränkt und erfordert Kontrolle der Annahmen oder Übergang zu erweiterten Methoden bei abweichenden Bedingungen.