 ##  [Meyerhof Tragfähigkeits‑Theorie](/de/node/65436) 

 Definition

Eine Erweiterung der Tragfähigkeitsabschätzungen für flache Fundamente, die Terzaghis Drei‑Term‑Formulierung durch Einführung multiplikativer Form‑, Tiefen‑ und Neigungsfaktoren modifiziert und zusätzliche Versagensmechanismen sowie endliche Fundamentformen berücksichtigt; üblich ist die Darstellung q_ult = c N_c s_c d_c i_c + q N_q s_q d_q i_q + 0.5 γ B N_γ s_γ d_γ i_γ, wobei s, d, i Faktoren für Form, Einbindetiefe und Lastneigung sind. Annahmen: annähernd homogener Boden, flache Fundation mit nicht vernachlässigbaren Einbindungs‑/Formeffekten, statische Belastung, generalisiertes Scherversagen.

 

 

 

 

 

 





## Prinzip

Prinzip

Die Tragfähigkeit wird multiplicativ für geometrische und Belastungseffekte korrigiert: Tiefe, Fundamentform und Lastneigung verändern die effektiven Tragfähigkeitsfaktoren und damit die letztliche Tragfähigkeit; diese Faktoren liefern realistischere Abschätzungen, wenn solche Effekte nicht vernachlässigbar sind.

 

 

 

 

 





## Demonstration

Demonstration

Illustratives Beispiel: Ein quadratisches Fundament der Breite B in Tiefe D_f erfährt eine exzentrische geneigte Last. Der Planer ermittelt die Basis‑N‑Werte aus φ und multipliziert mit Formfaktoren s_*, Tiefenfaktoren d_* und Neigungsfaktoren i_* um q_ult nach Meyerhof zu berechnen — das Ergebnis weicht oft merklich von Terzaghis Oberflächengleichung ab.

 

 

 

 

## Fehlanwendung

Fehlanwendung

Meyerhof‑Faktoren anzuwenden, ohne zu prüfen, ob der Boden die angenommene Homogenität hat (z. B. starke Schichtung oder weiche Einschlüsse), oder Korrekturen doppelt zu zählen, führt zu Fehlgebrauch; der Denkfehler liegt im Glauben, die multiplikativen Faktoren seien universell trennbar und präzise für alle Standortsituationen.

 

 

 

 

 





## Konsequenz

Konsequenz

Bei sachgerechter Anwendung verbessern die Meyerhof‑Erweiterungen die Tragfähigkeitsabschätzung für eingegrabene, geformte oder schräg belastete Fundamente und verringern Fehler durch Missachtung geometrischer Effekte; falsch angewandt können sie bei dominierender Bodendiversität trotzdem falsche Ergebnisse liefern.

 

 

 

 

## Umkehrung

Umkehrung

Die Korrekturen verlieren ihre Gültigkeit bei starker Schichtung, lokalem Versagen/Punching oder wenn nichtlineare Großdeformationen den Mechanismus ändern; für sehr unregelmäßige Sohlen oder komplexe Geotechnik sind numerische Analysen oder In‑Situ‑Prüfungen vorzuziehen.

 

 

 

 

 





## Abgrenzung

Abgrenzung

Eindeutig innerhalb: flache Fundamente, bei denen Einbindetiefe, Form oder Lastneigung moderat sind und der Boden annähernd homogen ist. Randfall: mäßig geschichteter Boden, wo Tiefenfaktoren nur indikativ sind. Außerhalb: tiefe Fundamente, stark heterogene Profile, Situationen mit Punchingversagen.

 

 

 

 

 





## Semantische Spannung

Semantische Spannung

Erhöhte geometrische Genauigkeit durch multiplikative Faktoren versus Risiko einer trügerischen Genauigkeit und unberücksichtigter Wechselwirkungen mit Schichtung und Versagensmodi; der Anwender muss Abwägungen treffen.

 

 

 

 

 





## Synthese

Synthese

Meyerhof erweitert Terzaghi, indem die Tragfähigkeitsfaktoren auf Form, Tiefe und Neigung reagieren — das erhält die Handhabbarkeit geschlossener Formeln, erkennt aber zugleich, dass Geometrie und Belastung den Bruchmechanismus verändern; wesentliche Lehre: Faktoren als nützliche Approximationen anzuwenden und in komplexen Böden zu validieren.