 ##  [(S,S) Bestandsregel](/de/node/65932) 

 Definition

Eine kontinuierlich überwachte Nachschubregel, die eine Bestellung auslöst, um den Bestand auf ein Oberniveau S anzuheben, sobald der verfügbare Bestand einen Bestellpunkt s erreicht oder unterschreitet; die Bestellmenge ist variabel und entspricht S minus der Bestandsposition zum Bestellzeitpunkt. Sie steuert Zeitpunkt (Schwelle s) und Menge (Auffüllen auf S) bei stochastischer Nachfrage und Lieferzeiten.

 

 

 

 

 

 





## Prinzip

Prinzip

Die Zwei‑Parameter‑Regel (s,S) trennt die Entscheidung, wann zu bestellen (Schwelle s), von der Entscheidung, wie viel zu bestellen ist (Auffüllen auf S); das Paar s und S balanciert Bestellkosten, Lagerkosten und Ausfallrisiko unter Unsicherheit.

 

 

 

 

 





## Demonstration

Demonstration

Illustratives Szenario → Ein kleiner Händler überwacht seinen verfügbaren Bestand kontinuierlich. Erkennung → Der Bestand fällt nach einem Verkauf auf s. Handlung → Das System löst eine Bestellung aus, die die Position auf S bringt. Folge → Bestellhäufigkeit und durchschnittliche Bestellgröße passen sich an: ein niedriges s erhöht die Häufigkeit und verringert die Bestellgröße; ein hohes S erhöht den Durchschnittsbestand, senkt aber die Ausfallwahrscheinlichkeit.

 

 

 

 

## Fehlanwendung

Fehlanwendung

(S,S) mit festen Mengensystemen (Q,R) verwechseln: annehmen, S−s sei ein festes Q unabhängig vom aktuellen Pipeline‑Stand. Der semantische Fehler besteht darin, zu glauben, die Bestellmenge sei unabhängig von der Bestandsposition oder Bestellungen immer gleich einem vordefinierten Q.

 

 

 

 

 





## Konsequenz

Konsequenz

Korrekte Anwendung führt zu adaptiven Bestellmengen, die die Gesamtkosten senken können, wenn Mengenvorteile beim Bestellen begrenzt sind; falsche Einstellung von s oder S führt zu übermäßigen Lagerkosten (zu hohes S) oder häufigen Fehlbeständen (zu niedriges s).

 

 

 

 

## Umkehrung

Umkehrung

Wenn fixe Bestellkosten hoch sind und Losbildung wirtschaftlich sinnvoll ist, kann eine Fixmengensystem‑Politik (Q) überlegen sein; in periodischen Überprüfungsszenarien ist eine (s,S) Regel nicht anwendbar und periodische Bestellregeln sind erforderlich.

 

 

 

 

 





## Abgrenzung

Abgrenzung

Klar innerhalb: Einzelartikel, kontinuierliche Überwachung, Nachschub kann die Position auf S bringen und Bestellgröße darf variabel sein. Randfall: moderate Mindestbestellmengen, die S einschränken. Klar außerhalb: kontinuierliche Policies mit fixem Q (Q,R) oder periodische Überprüfungsmodelle.

 

 

 

 

 





## Semantische Spannung

Semantische Spannung

Flexibilität versus Vorhersagbarkeit: (S,S) passt die Bestellmenge an den aktuellen Pipeline‑Stand an (flexibel, geringere Ausfälle), erzeugt jedoch variable Bestellmengen, die die Lieferantenplanung erschweren (weniger vorhersagbar).

 

 

 

 

 





## Synthese

Synthese

Die (s,S) Regel operationalisiert die Trennung von Zeitpunkt und Menge: mit einem Order‑Schwellenwert s und einem Ziel S wandelt der Manager zufällige Nachfragen in variable Nachschubmengen um, die die aktuelle Bestandsposition und offene Bestellungen widerspiegeln.