Definition
Das Verhältnis der Einheiten, die beim ersten Durchlauf durch einen definierten Prozessschritt ohne Nacharbeit oder Reparatur den Qualitätsanforderungen genügen, berechnet als (gute Einheiten beim ersten Ausgang) ÷ (eintrittende Einheiten).

Prinzip

Prinzip
FPY misst die Fähigkeit eines Prozesses, konforme Einheiten ohne Korrekturarbeit zu erzeugen; bei serieller Verkettung multiplizieren sich FPY‑Werte zu einem kumulierten Durchsatzyield, sodass kleine Verluste an mehreren Stationen zu erheblichen Gesamtverlusten führen.

Demonstration

Demonstration
Illustratives Beispiel → Eine Leiterplattenfertigung erhält 1.000 Boards. Nach Abschluss benötigen 930 Boards keine Nacharbeit. FPY = 930/1000 = 0,93 (93 %). Erkennung: hoher FPY → geringe Nacharbeitslast; niedriger FPY → gezielte Ursachenforschung an Prozessschritten.

Fehlanwendung

Fehlanwendung
Nacharbeit in den FPY einzurechnen oder reparierte Einheiten als »first pass« zu zählen führt zu Überschätzung. FPY über unterschiedliche Inspektionskriterien oder Produktvarianten ohne Normierung zu berechnen verfälscht Vergleiche. Der Denkfehler ist, Nettoausbeute nach Nacharbeit mit echter Erstdurchlaufleistung gleichzusetzen.

Konsequenz

Konsequenz
Korrekte Anwendung: FPY leitet Maßnahmen zur Fehlervermeidung an der Quelle, senkt Nacharbeitskosten, verkürzt Durchlaufzeiten und reduziert Varianz. Fehlgebrauch: Unterschätzung von Nacharbeitskosten und Durchlaufzeit, Fehldimensionierung der Kapazität basierend auf Nettoausgabe führt zu Planungs‑ und Kostenverteilungsfehlern.

Umkehrung

Umkehrung
FPY ist weniger aussagekräftig, wenn Nacharbeit beabsichtigt ist (z. B. zugelassene Reparaturstationen), wenn Inspektion destruktiv ist oder wenn »first pass« nicht eindeutig definiert ist (Mehrstufeninspektionen mit Rückkopplung). In Einzelfertigung oder stark variablen Prozessen ist FPY kaum aussagekräftig.

Abgrenzung

Abgrenzung
Eindeutig innerhalb: diskrete Fertigungslinien mit definierten Prozessschritten und prüfbaren Einheiten. Randfall: Prozesse mit gestaffelten Inspektionen und Nacharbeitschleifen, wo die Definition des Erstdurchlaufs Protokolle erfordert. Außerhalb: kontinuierliche chemische Prozesse ohne diskrete Einheiten und Nacharbeit.

Semantische Spannung

Semantische Spannung
FPY (Qualität an der Quelle) steht oft im Spannungsverhältnis zu Durchsatzmetriken, die Nacharbeit tolerieren; Abwägung zwischen sofortiger Fehlerreduktion und planmäßiger Liefermenge.

Synthese

Synthese
FPY ist ein präzises Maß für Erstkonformität und nützlich in Kombination mit schrittweiser Diagnostik und kumulierten Renditeberechnungen; es muss klar von der Nettoausbeute nach Nacharbeit unterschieden und vor Vergleichen normalisiert werden.