Definition
Ein Bauverfahren, das dünnwandige Stahlprofile verwendet, die bei Raumtemperatur kaltgewalzt zu offenen oder geschlossenen Querschnitten (Ständer, Träger, Schienen usw.) geformt werden, um tragende und nichttragende Bauteile zu erstellen; die Tragfähigkeit beruht auf der geformten dünnwandigen Geometrie, daher sind lokale und globale Beulnachweise, Anschlussdetailierung, Korrosionsschutz und thermische Brücken zu berücksichtigen.

Prinzip

Prinzip
Festigkeit und Steifigkeit ergeben sich vorwiegend aus der Querschnittsform und Kantenaussteifung dünner Wände; die zulässige Last wird durch Schlankheit und Beulgrenzen der dünnwandigen Elemente sowie durch das Verhalten der Verbindungsmittel bestimmt.

Demonstration

Demonstration
Illustratives Beispiel → Eine eingeschossige Außenwand wird mit 0,9‑mm kaltgeformten Ständern bei 400 mm Achsmaß erstellt. Erkennung → der Tragwerksplaner behandelt Ständer als dünnwandige Profile und prüft lokalen Beulwiderstand und die Ständer‑zu‑Schiene‑Anschlüsse. Maßnahme → Anordnen von Beplankung und Aussteifung, Befestigungen werden dimensioniert. Folge → die Wand erfüllt die geforderte Steifigkeit und Lastabtragung, während ohne Aussteifung bei Wind Last lokale Beulen auftreten können.

Fehlanwendung

Fehlanwendung
Die Annahme, kaltgeformte Profile verhielten sich wie warmgewalzte Träger oder Holzständer (Ignorieren von dünnwandigem Beulen und Verbindungsrutsch) führt zu Überschätzung der Kapazität und ungenügender Aussteifung.

Konsequenz

Konsequenz
Korrekte Anwendung ergibt effiziente, reproduzierbare, nicht brennbare Konstruktionen mit enger Toleranz und kurzer Montagezeit; fehlerhafte Anwendung kann zu vorzeitigem Beulen, Verbindungsversagen, übermäßiger Durchbiegung und thermischen Brücken führen.

Umkehrung

Umkehrung
Bei Hauptspannweiten, hohen Einzellasten oder erhöhten Brandschutzanforderungen sind massivere Profile (warmgewalzte Profile, geschweißte Plattenträger oder Verbundlösungen) oder ein alternatives Tragwerkskonzept nötig; in stark korrosiver Umgebung erfordern Materialwahl oder Schutzmaßnahmen einen anderen Lösungspfad.

Abgrenzung

Abgrenzung
Eindeutig innerhalb: Leichtbau‑Tragsysteme für Wände, Deckenunterzüge und Dachpfetten in niedrig‑ bis mittelhohen Gebäuden. Randfall: Einsatz in mittelhohen tragenden Konstruktionen ist möglich, verlangt aber erhöhte Nachweise und Detailierung. Eindeutig außerhalb: Primäre Stahlrahmen aus warmgewalzten I‑Trägern, in Ortbeton erstellte Primärtragwerke oder geschweißte Plattenträger.

Semantische Spannung

Semantische Spannung
Effizienz und geringes Gewicht (Vorteile bei Fertigung und Transport) ↔ Anfälligkeit dünnwandiger Elemente gegenüber Beulen, Abhängigkeit von Anschlussdetails und verstärkte thermische Brückenproblematik.

Synthese

Synthese
Kaltgeformte Stahlrahmen sind systemisch zu betrachten: Querschnittsgeometrie, Aussteifung und Anschlussdetails bestimmen die tatsächliche Leistungsfähigkeit mehr als die reine Materialstärke.