Definition
Eine kubische Zustandsgleichung für reine Stoffe, die den Druck als Summe eines repulsiven (ausgeschlossenes Volumen) und eines attraktiven Terms modelliert, dessen Stärke temperaturabhängig ist (häufig mit 1/√T), und die P–V–T-Verhalten mit mäßiger Genauigkeit für unpolare oder schwach polare Fluide unter moderaten Bedingungen darstellt.

Prinzip

Prinzip
Die Zustandsgleichung zerlegt intermolekulare Beiträge in kurzreichweitige Repulsion (Parameter b) und längerreichweitige Anziehung (Parameter a mit expliziter Temperaturabhängigkeit) und führt zu einem kubischen Polynom in Molvolumen, dessen Wurzeln Kompressibilitätsfaktoren liefern und grobe VLE- und Dichteberechnungen ermöglichen.

Demonstration

Demonstration
Illustratives Szenario: Für ein reines Kohlenwasserstoff bei moderaten T und p die RK-Parameter aus kritischen Eigenschaften berechnen, das kubische Polynom für das Molvolumen lösen, Kompressibilitätsfaktor(en) bestimmen und die flüssigen bzw. gasförmigen Wurzeln vergleichen, um das Phasenverhalten abzuschätzen; Ablauf: kritische Eigenschaften → RK-Parameter → kubisch lösen → Z und Phasenschätzung.

Fehlanwendung

Fehlanwendung
Redlich–Kwong für dichte Flüssigkeitszustände oder für stark polare/assoziierende Stoffe verwenden und dabei genaue Flüssigkeitsdichten erwarten. Die plausible Annahme ist, eine kubische Zustandsgleichung modelliert P–V–T allgemein, doch der Fehler besteht darin, bekannte RK-Einschränkungen zu ignorieren: Unterschätzung der Flüssigkeitsdichten und schlechte Darstellung des kritischen Bereichs.

Konsequenz

Konsequenz
RK liefert einfache, rechenarme Abschätzungen des Kompressibilitätsfaktors in der Gasphase und grobe VLE-Trends, nützlich im Screening und frühen Entwurf; die alleinige Nutzung für detaillierte Flüssigkeitsbetrachtungen oder in Nähe des kritischen Punktes kann zu erheblichen Fehlern bei Dichten, Phasengrenzen und abgeleiteten thermischen/strömungsmechanischen Berechnungen führen.

Umkehrung

Umkehrung
Für verbesserte Flüssigkeitsdichten und bessere Darstellung des kritischen Bereichs sind modifizierte kubische Zustandsgleichungen (Soave–Redlich–Kwong, Peng–Robinson) oder aufwändigere EOS mit einstellbaren Temperaturfunktionen und Mischungsregeln zu verwenden; für stark polare oder assoziierende Fluide sollte man Aktivitätsmodelle oder EOS mit Assoziationstermen erwägen.

Abgrenzung

Abgrenzung
Innerhalb: reine, unpolare oder schwach polare Stoffe bei niedrigen bis moderaten Drücken und Temperaturen fern vom kritischen Punkt, wenn grobe Dichte- und VLE-Schätzungen ausreichend sind. Randfall: nahe kritischer Bereich oder höhere Drücke, wo RK ungenau wird. Außerhalb: dichte Flüssigkeitsberechnungen, polare/assoziierende Stoffe, Elektrolyte und Fälle, die präzise Flüssigkeitsdichten erfordern.

Semantische Spannung

Semantische Spannung
Einfache kubische EOS ↔ Genauigkeit: Redlich–Kwong steht für eine einfache, rechenarme kubische Zustandsgleichung mit begrenzter Flüssigkeits- und Kritikalitätsgenauigkeit, was zu Spannungen gegenüber komplexeren EOS oder Aktivitätsansätzen führt, die genauer, aber rechen- und parametermäßig aufwendiger sind.

Synthese

Synthese
Redlich–Kwong ist eine historisch bedeutsame, einfache kubische Zustandsgleichung: für schnelle, grobe P–V–T- und VLE-Abschätzungen unpolarer Fluide geeignet; bei Bedarf an präzisen Flüssigkeitsdichten oder bei starken Wechselwirkungen auf verbesserte Formen oder alternative Modelle umstellen.