Definition
Ein Planungs‑ und Optimierungsverfahren, das optimale Standorte (Siting) und Leistungen (Sizing) verteilter Erzeugungs‑ und Speichereinheiten im Verteilnetz bestimmt, um technische Randbedingungen (Spannungsgrenzen, thermische Belastungen, Schutz), ökonomische Ziele (Investitions‑ und Betriebskosten) und Netzintegrationsziele (Hosting‑Kapazität, Zuverlässigkeit, Entflechtung) zu erfüllen.

Prinzip

Prinzip
Die räumliche Positionierung und Dimensionierung von DER verändert lokale Einspeisungen und beeinflusst Knoten‑spannungen, Leitungslasten, Verluste und Hosting‑Kapazität; daher erfordert optimales Siting/Sizing eine meist zeitgekoppelte, eingeschränkte Optimierung, die elektrische Machbarkeit, zeitliche Profile und ökonomische Kriterien ausbalanciert.

Demonstration

Demonstration
Illustrative Planung — Situation: Ein Wohnfeeder hat Spitzenauslastungen und mittags Spannungsanstieg durch zunehmende PV. Erkennung: Simulation zeigt Knoten mit Spannungsverstößen bei Einspeisung. Aktion: Ein Optimierer wählt standortspezifische Batteriespeicher und begrenzt PV‑Leistung, um Netzverstärkungen zu minimieren und Spannungsgrenzen über Tagesprofile einzuhalten. Folge: Netzverstärkungen werden verschoben und Spitzenüberlasten abgemildert, während die Kundenversorgung erhalten bleibt.

Fehlanwendung

Fehlanwendung
DER ausschließlich nach einem momentanen Spitzenbedarf oder anhand einer Einzel‑Momentaufnahme zu dimensionieren, ohne zeitliche Profile von Erzeugung/Last, Netzimpedanzen oder Schutzparameter zu berücksichtigen; der semantische Fehler ist, Siting und Sizing als unabhängige, skalare Entscheidungen zu behandeln statt als lokal‑zeitliche Optimierung.

Konsequenz

Konsequenz
Richtig durchgeführt kann Siting/Sizing Netzverstärkungen vermeiden, Zuverlässigkeit erhöhen und die Integration erneuerbarer Energien verbessern; falsch ausgeführt kann es zu Rückspeisungen, Überspannungen, Schutz‑Miskoordination oder wirtschaftlich ineffizienten Investitionen führen.

Umkehrung

Umkehrung
Sind DER zentral aggregiert und als virtuelle Kraftwerke systemseitig disponierbar, können lokal‑optimale Lösungen suboptimal sein gegenüber zentral koordinierter Beschaffung, die systemweite Randbedingungen internalisiert.

Abgrenzung

Abgrenzung
Klar innerhalb: Entscheidungen auf Verteilungsebene, die Knotenstandorte und Nennleistungen für PV, Batterien, kleine KWK und steuerbare Lasten festlegen. Randfall: koordinierte Standorte über mehrere Feeder mit Wirkung auf Trafogrenzen. Außerhalb: Standortwahl von Übertragungs‑Erzeugern oder rein marktbasierte Investitionsentscheidungen ohne Berücksichtigung von Netzbeschränkungen.

Semantische Spannung

Semantische Spannung
Lokale Technische Optimierung ↔ Kunden‑/Marktökonomie — technisch optimale Standorte können mit individuellen Wirtschaftlichkeitsinteressen kollidieren; die Lösung bedarf regulatorischer oder marktlicher Eingriffe.

Synthese

Synthese
Siting und Sizing sind eine ortsgebundene, constraint‑basierte Optimierung, die zeitliche Last‑/Erzeugungsprofile, Netzwirkungen und ökonomische Ziele vereinen muss; simplistische, einstufige Ansätze gefährden technische und ökonomische Resultate.