Definition
Ein Hangversagensmodus, bei dem sich die ausbrechende Masse um eine gekrümmte, häufig kreisförmige Gleitschicht bewegt, so dass die Masse hauptsächlich entlang dieses Bogens rotiert und verschoben wird. Typisch für homogene oder annähernd homogene Böden; die Analyse erfolgt häufig mit kreisförmigen Grenzzustandsverfahren.
Prinzip
Prinzip
Das rotationsartige Gleiten unterstellt eine kinematisch sinnvolle Rotation um ein Krümmungsmittelpunkt, sodass das Gleichgewicht von Momenten und Kräften auf konzentrischen Scheiben (oder einer äquivalenten Grenzzustandsunterteilung) den Sicherheitsfaktor bestimmt; bei homogenen Hängen reduziert sich das Problem auf das Finden des kritischen Kreisbogens, bei dem treibende Momente/Scherkräfte die Widerstandskraft übersteigen.
Demonstration
Demonstration
Illustratives Szenario → kohäsiver Hang entwickelt eine kreisförmige Gleitschicht: Erkennen → potentiellen Kreisbogenschnitt zur Hanggeometrie identifizieren; Handeln → Grenzzustandsanalyse (z. B. Scheibentheorie) durchführen und die scherverschleißende Widerstandskraft entlang des Bogens gegen die treibenden Kräfte bewerten; Folge → Bestimmung eines Sicherheitsfaktors und der wahrscheinlichen Gleitschicht sowie Vorhersage der Rotation des Blocks und der talwärts gerichteten Verschiebung falls FS<1.
Fehlanwendung
Fehlanwendung
Annahme der Kreisbogengeometrie ohne Prüfung von Schichtungen, schwachen Lagen oder Anisotropien; semantischer Fehler ist die universelle Anwendung kreisförmiger Annahmen, obwohl geologische oder randbedingte Verhältnisse nicht‑kreisförmige oder zusammengesetzte Gleitschichten erzeugen.
Konsequenz
Konsequenz
Bei passender Anwendung liefert die kreisförmige Rotationsanalyse eine belastbare Schätzung des Sicherheitsfaktors, der kritischen Gleitschicht und der erwarteten Rotationsverschiebung; Fehlgebrauch kann zur Fehlbestimmung der kritischen Fläche und zur Unterschätzung des Risikos führen, was unsichere oder fehlgerichtete Gegenmaßnahmen zur Folge haben kann.
Umkehrung
Umkehrung
Die kreisförmige Annahme bricht zusammen bei stark geschichteten Hängen, Hängen mit planaren schwachen Schichten oder wenn tiefe translationale Versagen dominieren; dann sind nicht‑kreisförmige, zusammengesetzte oder 3‑D‑numerische Methoden erforderlich.
Abgrenzung
Abgrenzung
Eindeutig innerhalb → homogene bzw. annähernd homogene Bodenhänge, bei denen Versagen arc‑förmig verläuft. Randfall → Hang mit dominanter Schwachschicht, die den Bogen lokal verändert. Eindeutig außerhalb → planare Translationsrutsche entlang persistenter schwacher Lagen und Fließversagen (Liquefaktion), die keine Bogenform zeigen.
Semantische Spannung
Semantische Spannung
Analytische Einfachheit und Praktikabilität kreisförmiger Grenzzustandsmethoden ↔ geologische Komplexität und dreidimensionale Natur vieler realer Hänge, die flexiblere numerische oder nicht‑kreisförmige Analysen fordern.
Synthese
Synthese
Rotationsrutsch (kreisförmiger Rutsch) ist ein nützliches, vereinfachendes Modell, das die dominierende Kinematik vieler homogener Hangversagen erfasst und praktische Grenzzustandsanalysen ermöglicht; seine Annahmen müssen jedoch gegen die Geologie und Randbedingungen geprüft werden.