Definition
Ein einstufiges, kontinuierlich überwachtetes Bestandsmodell, bei dem die Bestandsposition auf einem festen Zielniveau S (Basisbestand) gehalten wird, indem Nachbestellungen ausgelöst werden, die die Position wieder auf S bringen; angewendet zur Abdeckung stochastischer Nachfrage und Lieferzeitvariabilität, typischerweise wenn fixe Bestellkosten vernachlässigbar sind und Bestellungen so dimensioniert werden können, dass die Position auf S wiederhergestellt wird.
Prinzip
Prinzip
Die Aufrechterhaltung der Bestandsposition bei S macht die Unsicherheit der Nachfrage während der Lieferzeit zu einem expliziten Ziel: Servicegrad und erwarteter Lagerbestand folgen direkt aus dem gewählten S und der Verteilung der Lieferzeitnachfrage.
Demonstration
Demonstration
Illustratives Szenario → Ein Ersatzteilverantwortlicher hat stochastische Nachfrage und variable Lieferzeiten. Erkennung → Er wählt ein Basisbestand S, das den gewünschten Perzentil der Lieferzeitnachfrage abdeckt. Handlung → Jede Nachbestellung bringt die Position auf S. Folge → Fehlbestände treten nur auf, wenn die Lieferzeitnachfrage S übersteigt; der durchschnittliche Lagerbestand ist S minus erwartete Lieferzeitnachfrage.
Fehlanwendung
Fehlanwendung
Die Basisbestandspolitik als angemessen ansehen, obwohl fixe Bestellkosten oder Mindestbestellmengen relevant sind; oder S aus dem Durchschnittsbedarf berechnen, ohne Lieferzeitvariabilität zu berücksichtigen. Der Fehler verwechselt die Wahl des Zielniveaus mit Annahmen über Bestellkosten und Lieferzeitnachfrageverteilung.
Konsequenz
Konsequenz
Die Festlegung von S erzeugt einen direkten Zielkonflikt: ein höheres S vermindert Ausfallwahrscheinlichkeit (höherer Servicegrad) und erhöht gleichzeitig die durchschnittlichen Lagerkosten; eine falsche Schätzung der Lieferzeitnachfrage oder Ignorieren von Bestellkosten führt zu systematischer Unter‑ oder Überbestandsinvestition.
Umkehrung
Umkehrung
Sind fixe Bestellkosten, Mindestbestellmengen oder periodische Überprüfungsbeschränkungen wesentlich, kann die Basisbestandspolitik suboptimal sein; eine Festmengensystem‑ oder Periodenpolitik kann überlegen sein. Mehrstufige Interaktionen können das optimale Ziel von einem einzelnen Basisbestand weg verschieben.
Abgrenzung
Abgrenzung
Klar innerhalb: Einzelartikel, einstufige Systeme mit kontinuierlicher Überwachung, in denen Nachbestellungen die Position auf S bringen und Bestellkosten gering sind. Randfall: moderate fixe Bestellkosten oder diskrete Losgrößen, wo Basisbestand angepasst, aber nicht strikt optimal ist. Klar außerhalb: periodische Überprüfungsmodelle, mehrstufige Optimierung ohne Zerlegung oder Systeme, deren Nachbestellungen die Position nicht auf S zurücksetzen können.
Semantische Spannung
Semantische Spannung
Servicegrad versus Lagerkosten: die Wahl von S stellt das betriebliche Ziel, Lagerausfälle zu minimieren, gegen das finanzielle Ziel, Bestände zu minimieren; zudem konkurrieren Reaktionsfähigkeit und Losbildung.
Synthese
Synthese
Das Basisbestandsmodell macht die Lieferzeitnachfrage zur zentralen Unsicherheit: die Wahl von S übersetzt die probabilistische Abdeckung dieser Nachfrage in ein deterministisches Lagerziel, weshalb die korrekte Modellierung der Lieferzeitnachfrage entscheidend ist.