Definition
Für ein Gemisch nicht‑reagierender Gase, das dasselbe Volumen bei einheitlicher Temperatur einnimmt, gilt: Der Gesamtdruck ist die Summe der Partialdrücke der einzelnen Gaskomponenten: P_total = Σ p_i. Jeder Partialdruck p_i entspricht dem Druck, den das Gas ausüben würde, wenn es allein bei derselben Temperatur das Gefäß füllte. Die Aussage setzt ideales Gasverhalten oder hinreichend niedrige Drücke voraus, sodass Wechselwirkungen vernachlässigbar sind.

Prinzip

Prinzip
Im Idealgaslimit tragen einzelne Gasspezies unabhängig zur Gesamtdruck bei, da der makroskopische Druck die Summe der molekularen Impulsüberträge ist und diese Überträge additiv über die Spezies sind; demnach gilt p_i = y_i·P_total für ideale Mischungen.

Demonstration

Demonstration
Situation: Ein starrer Behälter bei Temperatur T enthält ein stöchiometrisches Gemisch nicht‑reagierender idealer Gase A, B, C mit bekannten Stoffmengenbrüchen y_A, y_B, y_C und gemessenem Gesamtdruck P_total. Erkennung: Gase reagieren nicht und verhalten sich unter den Bedingungen ideal. Aktion: Berechne die Partialdrücke p_i = y_i·P_total und bestätige P_total = p_A + p_B + p_C. Konsequenz: Diese Partialdrücke verwenden sich in Gleichgewichts‑ und Transportberechnungen sowie bei der Auslegung druckabhängiger Apparate.

Fehlanwendung

Fehlanwendung
Dalton’sches Gesetz auf reagierende Gasgemische, kondensierte Phasen oder Gase bei hohen Drücken/geringen Temperaturen anzuwenden, wo nichtideale Wechselwirkungen und Fugazitätseffekte wichtig sind. Die Verwechslung von Partialdruck und Konzentration in nichtidealen Fällen, wo Fugazitätskoeffizienten erforderlich sind, ist ein typischer Fehler.

Konsequenz

Konsequenz
Gültig angewendet bietet Dalton’sches Gesetz eine einfache Umrechnung zwischen Zusammensetzung und Partialdrücken, was die Reaktorauslegung, Gleichgewichtsberechnungen und gasphasige Stoffbilanzen erleichtert. Falsch angewendet führt es zu fehlerhaften thermodynamischen Antrieben, falschen Reaktionsfortschrittsvorhersagen und Problemen in Prozesskontrolle und Sicherheit bei nichtidealen Bedingungen.

Umkehrung

Umkehrung
Bei hohen Drücken, niedrigen Temperaturen oder nahe Kondensation ist reales Gasverhalten zu berücksichtigen und Partialdrücke durch Fugazitäten zu ersetzen; die additive Form von Dalton gilt dann nicht strikt. Ebenso gilt die einfache Additivität nicht, wenn chemische Reaktionen zwischen Komponenten auftreten, ohne Berücksichtigung der stöchiometrischen Änderung der Partialdrücke.

Abgrenzung

Abgrenzung
Klar innerhalb: Niederdruck‑Gasgemische bei Temperaturen, in denen die Idealgasnäherung gilt, und ohne chemische Reaktionen. Randfall: Moderate Drücke mit unterschiedlichen Kompressibilitätsfaktoren — Fugazitätskorrekturen erforderlich. Klar außerhalb: kondensierte Phasen, Plasmen, stark wechselwirkende Gase nahe kritischen Punkten oder reaktive Gemische.

Semantische Spannung

Semantische Spannung
Dalton’sches Gesetz steht im Spannungsfeld zu fugazitätsbasierten Realgasbehandlungen: Dalton liefert additive Partialdrücke im Idealitätslimit, während Fugazität das thermodynamische Potenzial bei Nichtidealität ersetzt; die Wahl richtet sich nach Druck, Temperatur und Genauigkeitsbedarf.

Synthese

Synthese
Dalton’sches Gesetz ist die ideale Gasformulierung, dass Druck eine additive extensive Größe aus unabhängigen Beitragender Spezies ist. Praktisch ist es eine Erstordnungs‑Approximation; für präzise Berechnungen unter nichtidealen Bedingungen ist eine Generalisierung zu Fugazität/ Aktivität nötig.